Panik auf Funkotron!

Alien: Romulus

Das Alien Franchise ist ja in einer Sache eine Metapher auf sich selbst: Wenn irgendwo was abbricht, richtet das ätzende Blut enormen Schaden am Gesamtwerk an. Und kaputtgegangen sind eine Menge Dinge in der Filmgeschichte des Xenomorphs. Aber irgendwie war es unter dem Strich immer noch okay und hier sei kurz angemerkt, dass ich die Crossover-Spielereien mit dem Predator nicht als Teil des Franchise akzeptiere.

Ansonsten war es halt Alien und die Grundidee hinter dem perfekt angepassten und sehr aggressiven Organismus war für mich immer gut anzuschauen, wenn sich alle Beteiligten vor der Dezimierung halbwegs unterhaltend aufführten. An das Potenzial der ersten drei, ja ich mag Alien 3, kamen sie für mich aber nie mehr ran.

Jetzt hat Ridley Scott endlich den Regiestuhl abgegeben und die Hoffnung war groß, dass Fede Álvarez mit seinem Don't Breath- und Evil Dead-Mojo das Alien wieder fürchterlich macht, aber im positiven Sinne. Und meine Fresse ist dieser Film ein Ritt! Der tolle Look zwischen der vom knappen Weyland Yutani Budget behelfsmäßig gehaltenen Minen- und Terraforming-Technologie und der organisch überwucherten wissenschaftlichen Einrichtung, das irre Pacing, die jungen Protagonist*innen. Alles passt perfekt zusammen und deutet auf einen Neuanfang hin, und das, obwohl hier ganz deutlich einfach alles, was die Filmreihe hergibt, zu einem Restestampf verarbeitet wurde.

Die ersten dreißig Minuten stimmten das Abenteuer perfekt ein und ich möchte bitte, dass ab jetzt Raumschiffstarts in den Orbit genau so und nicht anders in Videospielen umgesetzt werden. Auch wenn hier natürlich vor allem die audiovisuelle Wucht der in unserem Falle schon gesundheitsgefährdenden Lautstärke im Kino eine wichtige Rolle spielte.

Danach ging dann wieder alles nach Plan und niemand hatte den Anspruch das Rad neu zu erfinden. Aber die Fülle an immer wieder sehr guten Ideen für optisch kurzweilige Actionsequenzen, detailverliebte Referenzen an die alten Filme und die wie erwartet eingestreuten heftigen Jump Scares sorgten dann erfolgreich dafür, dass das hier mein neuer Lieblings Alien-Film ist.

Die Brücke zum Rest der Reihe musste natürlich sein, wirkte für mich aber in mancher Hinsicht etwas zu sehr gewollt und viel zu gewichtig. Ich muss aber gestehen, dass hier sicherlich Disney mit seiner ja fast schon zwanghaften Art, Star Wars Filme und Serien mit Schlüsselfiguren über die Galaxien hinweg zu verbinden, schuld ist und ich dahingehend schon arg desensibilisiert wurde.

Auch das Finale von Romulus ist mir eine Schippe zu viel gewesen, aber natürlich drückt Álvarez hier seinen Stempel drauf. Verständlich und für mich nicht weiter schlimm. Den Gesamteindruck dieses Films schmälerte es für mich nicht. Jetzt warte ich händeringend darauf die zweite Sichtung im Heimkino zu erfahren. Mit gesunder Lautstärke. Hoffentlich funktioniert der Film dann immer noch genauso gut.

Hier noch ein altes themenverwandtes Scribble von mir, damit der Beitrag auch ein Bild in der Vorschau beim Verlinken hat:

Ein Alien im Baderöckchen mit Strandball und einem Schild auf dem "Happy LV-426" steht.

film

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