Panik auf Funkotron!

Devil Blade Reboot

Dass ich von diesem Titel sehr angetan bin, erwähnte ich bereits im vorletzten Rewind. Aber das reicht mir noch nicht und ich werde an dieser Stelle meine Freude noch mit einem eigenen Texthäppchen unterstreichen.

Zur Vorgeschichte: Irgendwann in den Neunzigern erschien auf der PlayStation 1 und nur in Japan Dezaemon Plus. Ein Spiel, das euch erlaubte euer eigenes zweidimensionales Ballerspiel direkt an der PlayStation zu erstellen. Mit eigenem Grafikeditor, Musikprogramm und allem drum und dran. Fertige Spiele konnten dann über eine Memory Card geteilt werden. Mit diesem Werkzeug bastelte der Japaner SHIGATAKE, zwischenzeitlich Illustrator bei Vanilla Ware, im Jahr 1996 das vertikale Ballerspiel Devil Blade. 28 Jahre später hat er es nun auf Basis des Shooting Game Builders, ebenfalls ein Baukasten für Shmups, auf Steam als Reboot herausgebracht.

Und Devil Blade Reboot sieht unglaublich gut aus. Viele Sprites haben vorgerenderte dreidimensionale Animationen, die sich mit einer wunderschönen Dynamik über brennenden Metropolen aus den Wolken auf euch stürzen. Aus dem Gleichgewicht gebrachte, getroffene Gegner stürzen langsam zu Boden oder explodieren in gewaltigen Feuerbällen. Und Feuer passt sehr gut in die reduzierte Farbpalette von Devil Blade Reboot: Alles scheint zu brennen oder vor Hitze zu flimmern. Überall fliegen Funken. Die Welt in diesem Shooter brennt und ihr seid der Grund dafür.

Das macht vor allem deswegen Spaß, weil sich Devil Blade auch noch sehr gut spielt. Genau wie die Farbpalette ist auch der Rest so weit reduziert, dass es sich unterm Strich für mich sehr frisch anfühlt. Da wäre zum Beispiel die Abstinenz von Extrawaffen. Via Tastendruck schaltet ihr zwischen einem gespreizten oder geradeaus fokussierten Schussfeld hin und her. Letzteres hat mehr Power, ersteres hilft euch dabei, keine feindlichen Schiffe entkommen zu lassen.

Optional schaltet ihr noch einen Boost hinzu, der euch zwar jeweils eine Smartbomb kostet, dafür aber eure Schusskraft weiter erhöht und am Ende eines Abschnitts ordentlich Bonuspunkte bringt. Weiter gibt es nichts. Keine neuen Waffen und auch keine Upgrades. Das Pacing von Devil Blade Reboot ist dabei so gut, dass mir das Wegbleiben der Extrawaffen überhaupt erst sehr spät aufgefallen ist. An keiner Stelle habe ich es wirklich vermisst.

Auch das Score System ist relativ geradeaus und kein Hexenwerk. Je näher ihr Raumschiffen und Flugzeugen seid, wenn ihr diese abschießt, desto höher ist der Multiplikator für den Abschuss. Sprich: Je mehr Risiko ihr eingeht, desto höher fällt die Belohnung aus.

Fünf Level und sechs sehr coole Bosse gilt es zu bewältigen, bevor die Credits rollen und ihr euch einem weiteren von vier Schwierigkeitsgraden zuwenden könnt. Oder einfach versucht eure High Score zu verbessern. Von erspielten Münzen könnt ihr euch außerdem noch mehr Continues, andere Bildschirmhintergründe für den nichtgenutzten Bereich des Spiels, Soundeffekte, alternative Musik und sogar noch das alte Devil Blade freischalten. Zu tun gibt es für 15 Euro also genug.

Das Spiel läuft übrigens mit flüssigen 60 Bildern pro Sekunde auf dem Steam Deck und ich habe mir extra einen Monitor und den Switch Arcade Stick auf einem Stehtisch platziert. So kommt dann auch das nötige Arcade Feeling auf. Eine Option, das Spiel im Tate Modus, also mit einem hochkant gestellten Monitor zu spielen, gibt es übrigens nicht, denn Devil Blade ist zwar ein vertikales Shoot’em-up, der Bildschirmausschnitt des eigentlichen Spiels ist aber nicht hochkant sondern steht etwa im Seitenverhältnis 4:3.

Allen Freund*innen klassischer Shooter-Kunst lege ich diesen Titel also wärmstens an den Zeigefinger.

Ein Schreibtisch mit einem Steam Deck, das an einem Monitor angeschlossen ist. Davor steht ein Hori Fighting Stick für die Nintendo Switch.

spiel

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