Nymphen, Pisten und skandinavische Krimis
| 4 min Lesezeit
Überraschenderweise ist die erste Woche mit dem Irren als Präsident der Vereinigten Staaten schon direkt eine Katastrophe und ich mag mir gar nicht ausmalen, was da noch alles kommt. Meine Gedanken sind da lieber bei dem Teil der Bevölkerung, deren Menschenrechte jetzt mit Füßen getreten werden, und ich hoffe einfach dass sie irgendwie rechtzeitig Hilfe finden.
Derweil notiere ich für uns zugängliche Demos gegen Rechts im Familienkalender, um irgendwie so etwas wie Seelenfrieden zu erlangen. Zumindest durch das Wissen, dass man nicht ganz allein ist.
Aber genug von schrecklichen Dingen.
Mein Gamedev Projekt geht stetig voran, aber vor allem unter der Haube. Während sich die Fahrten im All mittlerweile erfreulicherweise schon deutlich abwechslungsreicher gestalten, habe ich einen ganzen Abend sehr übermüdet dafür geopfert, die Sektorkarte von Grund auf neu zu bauen. Die Schwierigkeit war dort, dass ich eine Struktur haben wollte, bei der ich die Karte jederzeit verändern kann, ohne alles umschreiben zu müssen. Das hat letztendlich auch geklappt, hat aber einiges an Zeit gekostet. So manche für obligatorisch gehaltene Funktion lernt man ja erst richtig schätzen, wenn man sie selbst schreiben muss. Zum Beispiel auch, dass sich so eine Karte mit Maus und alternativ auch nur mit Tastatur oder Gamepad durchstöbern lässt.
Ansonsten gibt es ein paar neue Dinge, die jetzt in den Systemen angeflogen werden können: Wohneinheiten in verschiedenen Größen und sogar Fabriken. All das fungiert nun ebenfalls als Ziel für Missionen. Ich finds immer noch aufregend.
Um mal wieder irgendetwas anderes als Sea of Thieves zu spielen habe ich auf Empfehlung meiner Frau hin Naiad angefangen. Darauf habe ich sehr lange gewartet und als es dann raus kam ging es irgendwie an mir vorbei. Ein Fehler, wie sich nun herausstellte, denn dieses wunderschöne Spiel um eine Nymphe fühlt sich für mich wie ein Mix aus Flow, Flower und Journey an. Hinzu kommt ein Grafikstil, der handgemachter nicht aussehen könnte und eine technische Finesse, die es sogar auf der Switch so sanft laufen lässt, dass ich das Gefühl hatte, schon deren überfälligen Nachfolger in den Händen zu halten. Ganz große Empfehlung von mir und natürlich auch von meiner Frau.
An dieser Stelle schiebe ich dann auch noch geschickt meinen Track der Woche ein. Das ist nämlich die Gitarren Version des Tracks Cloud aus dem Naiad Soundtrack, den es seltsamerweise nur bei Steam zu kaufen gibt. Wunderschönes kleines Stück, das es in meine Playlist für die Arbeit geschafft hat.
Im Game Pass schlug an Tag Eins dann auch endlich Lonely Mountains: Snow Riders auf. Und ja, es eigentlich genau wie Lonely Mountains: Downhill nur halt auf Skiern. Leider auch genauso schwer. Während meine Tochter sämtliche Herausforderungen in den letzten drei Tagen erledigt hat, überlege ich noch, ob ich meinen Controller lieber links, rechts oder einfach vor mir auf den Boden werfen soll. Es ist das gleiche Spiel wie beim Vorgänger: Ich finde es so unglaublich schön und die Soundeffekte des Schnees sind richtig gut, aber ich nehme da vor allem nur eins mit: einen hohen Blutdruck. Also warte ich jetzt auf Skiern auf die Daily Rides, die mir dann hoffentlich genauso viel Spaß machen, wie beim Vorgängerspiel auf dem Rad. Ich bin zuversichtlich.
Falls ihr wie wir das Spiel auf der Xbox Series S spielen wollt, lasst euch bitte nicht vom ersten technischen Eindruck abschrecken. Aus irgendeinem Grund ist die Grundeinstellung nach einer halben Ewigkeit von einer Ladezeit der Qualitätsmodus, in einer sehr niedrigen Auflösung und mit 30 Bilder pro Sekunde. Das kann aber alles umgestellt werden und läuft dann im Performance-Modus auch gleich viel besser.
Bei Netflix haben wie den Vierteiler The Breakthrough geschaut, weil wir ein Herz für skandinavische Krimis haben. Kann man an einem Abend durchschauen und basiert auf einer interessanten wahren Geschichte.
Dann habe ich mal wieder einen Blick in die Mediatheken gewagt, was ich viel zu selten mache und ich bin dort erneut fündig geworden! Neben drei Staffeln der norwegischen Serie Wisting, von der wir vor ein paar Jahren bereits die erste geschaut haben und mochten, stieß ich überraschend auf die neue Staffel des großartigen Tokyo Vice. Da hatte ich mich gefragt, was denn noch kommen sollte, da die Buchvorlage mit der ersten Staffel weitgehend auserzählt war. Entsprechend ziellos fühlten sich für mich die ersten beiden Folgen der zweiten (und letzten) Staffel an aber wir bleiben dran. Die Protagonist*innen sind immer noch super und japanische Serien gibt es immer noch viel zu wenige in meinem Leben.
Bis dahin.
Alerta, alerta, antifascista! ✊