Panik auf Funkotron!

Picotron Solitaire

Zeit für ein bisschen Guilty Pleasure meinerseits. Ja, ich mag sehr gerne Solitaire spielen. Wie viele hab ich es erst so richtig „bei der Arbeit“ zu schätzen gelernt, als ich nach der Ausbildung erstmals Nachtschicht hatte und irgendwie die Zeit rumkriegen musste. Da standen alte Windows PCs, die nicht viel moderner waren als das, was Picotron in der Alpha schon sehr gut simuliert. Und da war es ja fast klar, dass so Sachen wie Minesweeper und halt Solitaire nicht fehlen dürfen.

Beinahe zeitgleich haben dann auch zwei Entwickler*innen zwei recht unterschiedliche Spiele dieser Art abgeliefert: Solitron und Solitaire Suite. Ich mag beide und habe sie in den letzten Tagen ausführlich getestet.

Solitron

Ein Screenshot von Solitron.

Der Klassiker, der auf dem alten Windows Solitaire basiert. Das kopiert es in Sachen optischer und umfänglicher Bescheidenheit auch perfekt. Ich kann mich lediglich zwischen zwei Varianten entscheiden: Normal, wo bei einem Klick auf den Stapel nur eine Karte aufgedeckt wird und Hard, wo gleich drei Karten als weiterer Stapel aufgedeckt werden, von dem aber nur die oberste gespielt werden kann. Solitaire ist Prokrastinieren und da will ich, dass es flutscht. Ich bin daher kein Fan der Drei-Karten-Variante.

Die Oberfläche von Solitron ist schnörkellos in Filzgrün gehalten und die Pixelkarten wirken unaufgeregt traditionell. Alles in allem ein solides Paket, bei dem Außenstehende direkt verwirrt auf ihr Smartphone gucken werden, um die Jahreszahl des Datums zu checken.

Auch das kuriose Punktesystem des alten Windows-Spiels hat es in diese Version geschafft. Alles, was ich darüber schreiben kann, ist aber, dass ich es erfolgreich verdränge und es zum Glück vollkommen optional ist.

Solitaire Suite

Ein Screenshot von Solitaire Suite. Es zeigt die reguläre Solitaire Variante.

Wie der Name schon sagt, gibt es hier gleich eine ganze Sammlung an Solitaire spielen. Die ist mit sechs Titeln sehr übersichtlich und die Variante „Golf“ kannte ich gar nicht. Optisch wird hier direkt richtig aufgefahren. Hier sieht es nicht mehr aus wie 1995 sondern wie bei einem aktuellen Indie Game auf Steam. Hier können sogar unterschiedliche Kartenrückseiten ausgewählt werden. Eine Meisterleistung, wenn ich bedenke, wie kurz Picotron überhaupt erst verfügbar ist.

Die normale Variante steht hier nur mit der Drei-Karten-Regel zur Verfügung, die ich ja, wie bereits geschrieben, nicht so mag. Dafür gibt es noch eine sogenannte Solitaire Too Option, die lediglich eine Karte aufdeckt, die Stapel offen zeigt und zusätzlich noch alle vier Symbole in vier verschiedenen Farben abbildet. So wird es gleich nochmal einfacher, weil ja nur unterschiedliche Farben aneinander gelegt werden dürfen. Interessanterweise stellt auch das normale Blatt Karo und Herz in zwei verschiedenen Farben dar (Rot und Orange), was ich nicht so ganz nachvollziehen kann und was mein Gehirn regelmäßig verwirrt.

Richtig gut ist hier der prominent dargestellte Counter, wie oft ich schon gewonnen habe. Das ist eine nette Art zu zeigen, dass die ganze verlorene Zeit nicht ganz umsonst war. Übrigens bekommt wohl auch Solitron noch so einen Counter, wie die Entwicker*innen im Picotron Forum verlauten ließen.

Mein Go-to Solitaire

Mein Go-to Solitaire auf Picotron bleibt Solitron, weil ich die Ein-Karten-Variante bevorzuge und mir die aufgedeckten Karten des „Solitaire Too“ Modus in Solitaire Suite ein wenig den Reiz am Spiel nehmen. Ich werde trotzdem beide weiter spielen und freue mich auf weitere Updates. Insgeheim hoffe ich ja, dass auch irgendwann meine Lieblingsvariante integriert wird: FlipFlop Solitaire von Zach Gage.

pico

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