Panik auf Funkotron!

Viel Rauch um Valve, undercover durch Hong Kong und die alltäglichen Probleme von Kleinkriminellen in Nord England

Den Peak Day des diesjährigen Weihnachtsgeschäfts im Büro habe ich einigermaßen glimpflich überstanden. Dennoch war die Woche, in der ich nach einer kurzen Pause wieder angefangen habe aktuelle Nachrichten zu verfolgen, kein Spaß. Egal, wo man hinguckt. Und ich musste dabei auf den Nachrichtenseiten auch noch oft ins debile Gesicht des Söders gucken. Puh. Gut, dass es wenigstens bei meinem Lieblings-Hobby gute Nachrichten gab: Nachdem die Verantwortlichen bei der Xbox wieder zu tief ins Marketing-Glas geschaut haben und fast schon wieder wie beim verkorksten Xbox One Launch regelmäßig sehr seltsame Statements zur kommenden Konsole von sich geben, stellte Valve ihr neues Hardware-Line-up für 2026 vor. Mit Steam Machine, VR-Brille und jeweils dedizierten Controllern. Zurückhaltend aber überzeugend und ohne auch nur einmal den Begriff AI zu verwenden. Verrückt. Mit wehenden Fahnen werde ich der Konsolenwelt den Rücken kehren, wenn die Steam Machine endlich hier auf der TV-Anrichte steht (Ausnahmen, wie neue Animal Crossing Spiele, bestätigen natürlich die Regel).

Mein Track der Woche ist von Chefket, dessen aktuelle Werke eigentlich gar nicht so meins sind, aber seine perfekte Imitation von Busta Rhymes UND Spliff Star auf Das Genie ist schlicht perfekt. Respekt.

Links ein Cupcake mit Buttercreme-Verzierung und bunten Streuseln. Rechts ein Blech Kokoskuchen. Yummie.

Die Kalorien der Woche kamen vom Backblech und weder die Cup Cakes noch den Kokoskuchen konnte ich in gesunden Maßen genießen. Dafür waren sie einfach zu lecker. Egal, denn ich habe endlich wieder angefangen regelmäßig morgens Sport zu machen. Was für ein Mist.

Weil wir nämlich die laufenden Kosten durch diverse gecancelte Abos gekürzt haben, gönnte ich mir wieder das Fitness+ Modul im Apple One Abo. Ich bin dort einfach am schnellsten bei den Übungen (über die Verbindung zur Watch), die Trainer*innen sind hochmotiviert und immer freundlich und es ist im Gegenteil zu so was wie Fitness Boxen auf der Switch komplett egal, ob ich eine Übung mal nicht genau so umsetze, wie vorgegeben.

Und ich hasse alles daran! Ich hasse es, weil ich merke, wie sehr mir Bewegung fehlt. Ich hasse es, wenn diese gut gebauten Fitnessfreaks über beide Ohren grinsend ihre leeren Motivations-Floskeln herunterbeten, die sie nebenbei auch noch in Gebärdensprache kommunizieren, als wäre das alles ein leichtes. Und ich hasse die schlechte Musik, die immer passend zu den Einheiten eingespielt wird. Ich hasse es, wie gut das alles umgesetzt ist. Genau richtig, für Menschen wie mich, die Sport als Strafe sehen.

Angespornt durch die Ankündigung der neuen Steam Machine, zockte ich die Woche fast ausschließlich am Steam Deck. Deep Space Exploitation, für mich ja die Überraschung in Sachen Mining Sim, habe ich durchgespielt und leider war der in den Dialogen angekündigte Endlos-Modus nur ein Teil der Story und nicht wirklich existent. Egal, denn ich habe meine Schulden im ersten Run nicht tilgen können. Ich habe also noch einen Grund für mindestens einen weiteren Durchgang. Und auch das wird nicht mein letzter sein.

Eine aufrecht gehende Katze in einem spärlich eingerichteten Laden, die der ebenfalls aufrecht gehenden Katze hinter dem Tresen zuhört: „If we were bininary code, I’d be a 0, because you’re the only 1 I need."

Auch Easy Delivery Co. habe ich diese Woche durchgespielt. Das cozy Micro-Snowrunner Spiel mit den Fetch Quests in herrlich düsterer Atmosphäre traf bei mir ja genau ins Schwarze. Vielleicht war ich zum Ende hin etwas zu voreilig und weil ich das erste Ende des Spiels mit fast leerem Tank und kaum Geld in der Tasche erlangt habe, hätte ich mich beinahe festgefahren. Denn im Gegensatz zu Deep Space Exploitation hat Easy Delivery durchaus einen Endlos-Modus nach dem Beenden der Story. Ohne viel zu spoilern rate ich euch: Tankt voll und verdient euch noch ein paar Dollar dazu, bevor ihr die finale Mission startet. Das macht es im Nachhinein einfacher, wenn man vielleicht nicht die richtige Entscheidung trifft. Von der Hand in den Mund, angespannt und mit viel Glück habe ich mich danach wieder hochgerappelt und kann jetzt endlich weiter für einen Niedriglohn in dieser kargen, kalten Welt Pakete und Pizza ausliefern.

Protagonist Wei beim Pinkeln. Im Stehen. Igitt.

Beim Überprüfen des Steam-Inventars, ob denn auch alle wichtigen Titel für den Switch zur Steam Machine vorhanden sind, stieß ich auf Sleeping Dogs, das noch auf dem Deck installiert war. Ich wollte nur mal kurz reinschauen und habe direkt wieder zwei Stunden in Hong Kong verbracht. Es läuft sogar via Dock in einigermaßen hoher Auflösung am TV richtig gut. Mal gucken, wie lange ich dieses Mal dranbleibe und ob ich es jetzt doch noch ein weiteres Mal durchspiele. Lust habe ich ja.

Beim Lesen des Guardians erfuhr ich vor kurzem von der Existenz einer TV-Serie von und mit Joseph Gilgun, den ich ja seit seiner Rolle als Vampir in der Serie Preacher sehr mag. Brassic hat es irgendwie geschafft, trotz sieben Staffeln nicht auf meinem Radar aufzutauchen. Obwohl es genau mein Ding ist. Eine britische Dramady mit Kleinkriminellen? Count me in. Gibt es hierzulande auf Netflix allerdings nur dann, wenn ihr dem Dienst mit einer VPN-Verbindung vorgaukelt, in Großbritannien zu sitzen. Hold my Guinness Zero, habe ich da gesagt und kichere nun beim Schauen die ganze Zeit glücklich vor mich hin.

Auch zwei Filme habe ich diese Woche zum Film-Log hinzugefügt: Rebel Ridge von Jeremy Saulnier (Blue Ruin) und Ghostbusters: Frozen Empire (trotz Luigi’s Mansion PTSD). Na ja. Wird beides nicht hängenbleiben. Was ich aber vor allem bei Frozen Empire schade finde, denn Legacy fand ich ja durchaus gut. Schade.

Durchgehört habe ich The Blade Artist von Irvine Welsh. Im vierten Trainspotting Buch geht es um Frank Begbie, der mittlerweile mit neuem Namen in Los Angeles als Künstler in der High Society verkehrt. Weil sein Sohn in Edinburgh ermordet wird, kehrt er nach Schottland zurück und trifft dort auf diverse Bekannte seines alten Lebens. Nice: Die Abschnitte in den USA sind in regulärem Englisch geschrieben, während die Kapitel in Edinburgh wieder in feinster schottischer Mundart gehalten sind. Und das trägt Sprecher Tam Dean Burn auch wieder perfekt vor. Ich liebe das.

Ein orangener Kater, der verträumt hoch in die Kamera guckt. Im Nacken eine Hand, die in streichelt.

Bis dahin. Bleibt gesund!
Alerta, alerta, antifascista! ✊

journal

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