Inisherin ohne Banshees, Bier ohne Alkohol und leider immer noch kein Flugsimulator ohne Enttäuschung
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Meine erste von zwei Urlaubswochen geht zu Ende und wir haben sie unter anderem bei Verwandten in Irland verbracht. Die schnürten uns ein ordentliches Erlebnispaket und haben uns freundlicherweise auch gefühlt einmal quer durchs Land zu den Attraktionen gefahren. Die Landschaft in Irland ist nach wie vor beeindruckend und wie sich das bei uns gehört, trafen wir wieder zufällig auf den Drehort eines von uns sehr geschätzten Films: The Banshees of Inisherin wurde nämlich nicht auf Inisherin, sondern auf der größeren Nachbarinsel Inishmore gedreht und genau dort sind wir mit der Fähre vor Anker gegangen. Im letzten London-Urlaub sind wir zufällig in Richmond auf die Straße und das Pub von Ted Lasso gestoßen. Ich mag sowas ja sehr.

Die Kalorien der Woche kommen natürlich auch aus Irland und zwar aus einem Pub in Galway. Einen leckeren Halloumi-Burger mit Chips habe ich mir bestellt und der war schon sehr geil. Ich weiß nicht, was diese Insel anders macht, dass die Fritten dort einfach so viel knuspriger sind als bei uns, aber ich habe diese Woche sehr oft gute Pommes gegessen.

Dazu gab es jeden Abend ein Guinness Zero, was ein absolutes Highlight für mich war. Seit ich vor acht Jahren aufgehört habe Alkohol zu trinken habe ich nur eine Handvoll Male überhaupt alkoholfreies Bier getrunken. Aber das alkoholfreie Guinness, das es derzeit nur auf der Insel gibt, ist ein absoluter Traum und ich freue mich sehr, dass Radeberger es hierzulande inklusive Stickstoff-Kugel in der Dose für eine hübsche Schaumkrone auf den Markt bringen will. Dann werde ich mich wohl erstmals in meinem Leben auf ein gelegentliches Feierabendbier freuen. Zum Glück ohne Alkohol.
Mein Track der Woche ist Bless the Bold Future von Kae Tempest, ehemals Kate Tempest. Nach der Transition mit einer Stimme irgendwo zwischen Kate Tempest und Ren gesegnet, ist das neue Album wieder ein Traum. Ich freue mich riesig für ihn und auf alles was da noch kommt.
In Sachen Gamedev ist mein finaler Durchgang in meiner hoffentlich bald erscheinenden Mini Space Sim bei 94 Prozent. Natürlich will ich es mindestens einmal zu 100 Prozent durchgespielt haben. Wie sich das gehört ist es zum Ende hin auch ein kleiner Grind, aber ich denke, es hält sich in Grenzen. Dann der Schreck nach dem Update von Picotron, was der Framework für Haulers ist: Meine Space Sim wollte plötzlich nicht mehr starten und gab nur noch Runtime Fehler aus. Ihr könnt euch sicherlich vorstellen, wie demotivierend so etwas sein kann und kurz dachte ich, dass sich mein Spiel damit erledigt hatte. Nachdem ich die 6000 Zeilen Code aber mehrfach durchgegangen bin, Variablen ausgetauscht habe, die plötzlich vom System reserviert waren, und den ganzen Code in drei überschaubare Lua-Häppchen aufgeteilt habe (was lange überfällig war), hat es zum Glück wieder funktioniert. Und mir ist ein Stein so groß wie Ceres vom Herzen gefallen 😮💨

Loco Moto, das Spiel, das ich gekauft habe, weil mir ein Death Stranding 2 durchzuspielen aktuell einfach zu lange gedauert hätte, hat mich gute 30 Stunden beschäftigt, bevor ich die Credits gesehen habe 🤪. Na gut. Ich habe es geliebt, auch wenn man sehr viel Lust haben muss, Zug zu fahren, was bei mir zum Glück der Fall ist.
Zwischendurch habe ich noch The Expanse vom Abstellgleis geholt und ebenfalls endlich durchgespielt. In Kapitel Drei hatte ich damals keine Lust mehr und mir wurde schnell klar warum. Kapitel Zwei war gut, der Rest ist eine Aneinanderreihung gähnend langweiliger Abschnitte und uninspirierter Puzzle. Der Dog Fight am Ende sah super aus, war aber auch nur ein ausgedehntes Quick Time Event. Ich weiß nicht, wo das Mojo von Telltale Games abgeblieben ist, aber im Weltraum habe ich es nicht gefunden. Schade um die tollen Figuren, die es in diesem Spiel gibt. Die Pilotin, die Piratenkönigin und natürlich Drummer waren einfach großartig und allesamt super gespielt. Aber das Drumherum war einfach nur öde.
Gestern Abend hatten wir dann Lust unsere Points of Interest aus dem Irland-Urlaub noch einmal mit dem Microsoft Flugsimulator 2024 abzufliegen. Der war zum Release nicht annähernd spielbar und ich legte ihn erst einmal wieder auf Eis. Es ruckelt zwar immer noch alles wild umher und die Menüführung ist nach wie vor um einiges komplizierter als das erfolgreiche Starten und Landen einer echten Boing 747 (ich brauchte insgesamt 30 Minuten um alle Y-Achsen zu invertieren!), aber die Cessna hob letztendlich in Dublin ab und flog sich angenehm leicht Richtung Galway. Eine Stunde lang. Dann ergaben sich Lags, die irgendwann zu minutenlangen Freezes heranwuchsen. Letztendlich mussten wir abbrechen und waren sehr enttäuscht.

Heute bin ich dann nochmal eine kurze Strecke vom Festland zu den Aran Islands geflogen und ich freute mich das Fort zu erspähen, das wir nur ein paar Tage vorher im realen Leben zu Fuß erklommen hatten. Wenn er mal funktioniert ist der Flugsimulator einfach ganz toll. In echt ist das Bauwerk übrigens ebenerdig, aber es mag sein, dass wir hier schon fünfzig Jahre in die Zukunft blicken und sich die Klippen langsam in Richtung Meer verabschieden 😬
Am TV haben wir die dritte Staffel von Squid Game beendet und für mich hat sich die Prämisse langsam aber sicher etwas abgenutzt. Auch die Wandlung der Spiele hin zur permanenten moralischen Zwickmühle hat mir nicht gefallen. Die seltsame Cameo im Epilog war entweder ein sehr überraschendes Gimmick oder der Startschuss für die Melkmaschine des Franchises. Warten wir es ab.
Meine Tochter hat sich außerdem wieder einen Hai-Film-Abend gewünscht und mit Fear Below ging es dieses Mal auf den australischen Kontinent zu einer Bullenhaimutter, die ihr Unwesen in einem Fluss trieb. Das Setting war schon cool, und dass mit Rassismus und Feminismus gleich zwei wichtige Themen behandelt wurden, fand ich ebenfalls sehr gut. Am Ende war es dann aber leider auch nur ein weiterer sehr durchschnittlicher Haifilm, der bei mir nicht hängen bleiben wird. Ich warte sehnsüchtig auf den nächsten Knaller und gebe nicht auf. Irgendwo da draußen gibt es noch einen Hai-Film, der so gut ist wie The Shallows.
Im Bus zwischen Galway und Dublin habe ich A Drop of Corruption zu Ende gehört. Die Leviathan-Buchreihe entpuppt sich zu etwas ganz Großem, da bin ich mir sicher. Im zweiten Teil zieht es das Odd Detective Couple in den Dschungel weitab von der Hauptstadt des Imperiums, um dort einen Mord aufzuklären, der das politische Klima vor Ort zusätzlich aufzuheizen droht. Es gibt wieder illustre Figuren und noch tiefere Einblicke in diese fantastische Welt, irgendwo zwischen dem Römischen Reich und Attack of Titan.

Bis dahin.
Alerta, alerta, antifascista! ✊