Lakmann und die Bahn
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Ich bin jetzt gar nicht so der große Lakmann One Hörer, aber wenn sich die eine Hälfte der legendären Hip-Hop Combo Creutzfeld & Jakob die Ehre gibt und die Crew da hin will, dann will ich mal nicht so sein. Auch, wenn ich dafür mit dem Zug in die Heimatstadt fahren muss. Denn so oder so wirkt das, was LAK da macht, wenn er mit weiteren Künstlern im Gepäck auf die Bühne kommt, schon so ein bisschen wie die alten Jams in den Neunzigern. Und ein passendes Trinkspiel kenne ich auch: Jedes Mal wenn er „Oah!“ sagt, einen Schnaps trinken. Dann ist der Abend schon nach zehn Minuten vorbei.
Als Lakmann selbst aber um 22:00 Uhr immer noch nicht auf der Bühne stand, wusste ich schon, dass ich das Ding hier nicht bis zum Ende erleben werde. Aus Erfahrung nehme ich ja nie den letzten Zug, sondern immer einen davor. Wir sind ja alle gebrannte Kinder, wenn es um die Bahn geht. Und eigentlich hätte mich der plötzlich rieselnde Neuschnee auch warnen müssen. Egal. Um 23:35 Uhr stand ich am Bahnhof in meiner Heimatstadt nach einem gutem Konzert und laut Anzeige und Bahn App lief alles nach Plan.
Als um 23:50 auf dem lehren Bahnsteig aber immer noch der 23:43 Zug ohne Verspätung auf der Anzeigetafel stand wurde ich langsam nervös. Um ganz kurz vor Mitternacht stand dann plötzlich dort, dass dieser Zug ausfällt. War ja klar. Aber um kurz nach Mitternacht fuhr ja noch einer und auch der wurde planmäßig angezeigt. Bis auch dieser Zug zehn Minuten später ausfiel.
Der nächste Zug würde in einer Stunde und 40 Minuten fahren. Wenn der denn fahren würde, was in den Sternen stand. Bei -5 Grad hatte ich keinen Bock darauf zu warten. Und so richtig Lust, mich bei einem meiner Freunde für die Nacht einzuladen, hatte ich auch nicht mehr. Auch wenn es sicherlich kein Problem gewesen wäre.
Also bemühte ich ein Taxi, das ich mir immerhin mit einem ebenfalls gestrandeten Fremden teilen konnte. Wir hätten sicherlich noch mehr Leute zusammenbekommen, aber irgendwie hatte das Gros der Menschen, die mit uns am Bahnsteig standen, noch nicht aufgegeben und verblieb erstmal noch vor Ort. Erst als wir bereits zehn Minuten im Taxi saßen, kamen die zahlreichen Anrufe in der Taxizentrale zum Hauptbahnhof rein, wie uns der Taxifahrer bestätigte, der mit sanften 200 Kilometern pro Stunde über die Bahn bretterte.
Insgesamt war der Abend aber immer noch günstiger als ein Ticket für die letztendlich abgesagte Abschiedstournee von Rage Against the Machine. Irgendwie muss ich das ja positiv sehen.
Oah!