Zurück zur eigenen Musikbibliothek, keine Fahrräder in Night City und ein schmerzhaftes Beziehungsdrama
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Ich wusste gar nicht, wie sehr mir eine eigene Musikbibliothek fehlte, bis ich dieses Jahr wieder damit angefangen habe, mir eine anzulegen. Der Neuheiten Feed auf Apple Music war ja, wie so vieles bei Apple in diesen Tagen, von Anfang an kaputt. Neben Schwurbel Rap Tracks und einer Abwärtsspirale in die Welt von Auto-Tune wurden mir immer wieder Titel empfohlen, die schon Wochen alt waren. Was prinzipiell ja nicht schlecht ist, aber oft waren sie von Alben, von denen ich bereits andere Songs zu Apple Music hinzugefügt habe und da kann man als Algorithmus durchaus drauf kommen, dass ich wohl auch den Rest des Langspielers zumindest schon mal angespielt habe. Auch wurden mir dort schon mehrmals Bands empfohlen, die schlicht den gleichen Namen hatten wie Künstler*innen in meiner Bibliothek. Weil man ja nicht die Musik mag, sondern die Namen so toll findet oder was? Keine Ahnung, welche Logik dahinter steckt.
Jetzt stöbere ich lieber freitags auf Bandcamp in den Neuheiten, und wenn mich was interessiert, geht das Geld zu einem großen Teil direkt an die Künstler*innen. Zum Beispiel für das Album Rust Belt von BBGuns, das mein Album der Woche ist. Herrlich rockige Beats mit zwei tollen Stimmen, was mich unterm Strich an Tracks irgendwo zwischen Run the Jewels und den alten The Goats Sachen erinnert. Sehr gut.
Auf dem Mac lief dann allerdings die Testperiode für die Doppler App ab und wollte 30 Euro von mir haben. Wat!? Ich bin mir sicher, dass ich für die iOS App maximal 10 Euro bezahlt habe. Das ist happig. Also suchte ich erstmal weiter und fand Museeks, was erfreulicherweise auch noch Open Source ist. Allerdings recht arm an Features und Einstellungsmöglichkeiten. Ich teste weiter und lote dann aus, was sich für mich lohnt.

Gespielt habe ich diese Woche weiterhin hauptsächlich Cyberpunk 2077 auf der Switch 2, was sich dank viel Stealth so langsam in mein Herz schleicht. Obwohl Herz da das falsche Wort ist, denn diese triefend toxische Maskulinität von Night City geht mir schon arg auf den Geist. Immerhin habe ich jetzt einen Bladerunner Mantel, der astrein zu meinem Ghost in the Shell Batou Look passt und lasse mich aus Ermangelung eines Kei Trucks so von meinem Minibus durch die Straßen fahren. Weil es 2077 keine Fahrräder mehr gibt. Was für eine traurige Zukunft.
Ich finde es übrigens sehr lustig, dass die selbstfahrenden Autos andauernd Unfälle bauen. Für die Extraportion Realismus.

Noch ein kleiner Tipp für Animal Crossing: Im Hotel könnt ihr ja zwei Outfits zusammenstellen, in denen eure Touristen dann über die Insel spazieren. Wir haben dort jeweils nur einen Bandemantel hingehängt und jetzt sehen halt alle Besucher bei uns aus, als seien sie auf dem Weg zu einer Wellness-Anwendung. Ich liebs.
Anzahl der gekochten Rezepte Stand jetzt: 78 von 141. Es geht eher schleppend voran.
Für die TV-Unterhaltung hatten wir ja direkt HBO Max abonniert und natürlich haben auch wir dort ... The Wonderfully Weird World of Gumball angefangen 😁 Ich liebe den Humor immer noch sehr.
Aber ja, wir haben auch die erste Folge von A Knight of the Seven Kingdoms geschaut und ich schmunzle immer noch, wie hier bereits der Prolog den Zuschauer*innen klarmacht, dass das hier kein Game of Thrones oder House of the Dragon ist. Großartig. Ich mochte die Novelle sehr, bin mit dem Ton und dem Cast sehr zufrieden und bin gespannt, wie sich die Serie entwickelt.
Auf Netflix haben wir die zweite Staffel des Fargo Rewatchs beendet und sind jetzt in der Obi Wan Staffel angekommen. Oder die Mark Renton Staffel, für die Älteren unter uns.
Meine Tochter wollte I Saw the TV Glow schauen und ich habe mich angeschlossen, weil der Film schon ewig auf meiner Liste stand. Gefiel mir sehr und Jack Haven und Justice Smith spielen einfach so wahnsinnig gut.
Ich blieb bei schwer verdaulichen Filmen und setzte mit Die My Love, der diese Woche bei MUBI erschien, noch einen drauf. You Were Never Really Here von Lynne Ramsay ist einer meiner Lieblingsfilme und entsprechend gefreut habe ich mich auf ihr neues Werk. Die Performance von Jennifer Lawrence ist so dermaßen gut, dass sie dafür in einer gerechten Welt alle Awards abräumen würde. Aber es ist so anstrengend, das alles mitanzusehen. Beziehungsdramen sind für mich immer auch Torture Porn und vom Unterhaltungswert daher eher fraglich. Es ist ein sehr guter Film, aber er tut so unglaublich weh.
Ausgelesen habe ich diese Woche das Buch The Flying Sorcerers von David Gerrold and Larry Niven. Ein weiterer Buchtipp meiner Frau und auch mir hat es gut gefallen. Die Mischung aus First Contact Story, Industrialisierung und Kapitalismus fand ich erfrischend und spannend zu lesen. Und es gab sogar Fahrräder.

Nächste Woche kommt endlich das Spiel Cairn raus und darauf freue ich mich sehr.
Bis dahin. Bleibt gesund.
Alerta, alerta, antifascista! ✊