Rewind 47
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Ich habe diese Woche wieder gemerkt, wie sehr mir ein wöchentliches Journal meines Medienkonsums doch wirklich hilft, weiterhin dieses Blog zu füllen. Im Laufe der Woche wollte ich nämlich drei Texthäppchen veröffentlichen, zustande gekommen ist letztendlich aber keins. In dieses Rewind schafften sie es dann aber trotzdem und ich merke wie sich meine Prioritäten verschieben. Wenn am Ende dabei regelmäßige Updates rauskommen, dann meinetwegen. Im Zuge der neuen Gewichtung habe ich auch nochmal die Nomenklatur geändert. Wer weiß denn schon welche Kalenderwoche gerade ist. Ab jetzt nummeriere ich meinen wöchentlichen Rückblick einfach aufsteigend, beginnend mit der Nummer 47 und ich ärgere mich schon ein wenig, dass mir das nicht beim 42. Rewind eingefallen ist.
Meine 16-jährige Tochter durfte heute das erste Mal in ihrem Leben wählen gehen. Das ist sehr wichtig, denn die Politik müsste jetzt dafür sorgen, dass die Generation meiner Tochter und die darauf folgenden noch auf diesem wunderbaren Planeten leben können. Das wird schwer, wenn ich mir die ersten Hochrechnungen außerhalb unserer lokalen Enklave anschaue. Mich hat es trotzdem sehr stolz gemacht, dass sie in einem Alter von diesem Recht Gebrauch gemacht hat, in dem mir alles um mich herum egal war.
Und jetzt zu weniger wichtigen Dingen:
Hitman: World of Assasination
Es ist Halbzeit im vierten Jahr von Hitman 3 und ich habe heute die Elusive Targets Nummer elf und zwölf abgehakt. Wer mich kennt und wer weiß, wie ich normalerweise an Spiele herangehe, reibt sich hier wahrscheinlich verwundert die Augen. Aber ich bin zuversichtlich, dass meine Strähne noch gebrochen wird. Meine Frau nennt mich ja nicht umsonst Captain Risk.
Dave the Diver
Apropos: Zusammen mit meiner Frau habe ich endlich angefangen Dave the Diver die Aufmerksamkeit zukommen zu lassen, die es verdient hat. Während ich die Tauchgänge übernehme, managt sie das Restaurant. Ich hatte das Spiel schon im Early Access gespielt, aber irgendwas kam immer wieder dazwischen. Das soll sich jetzt ändern und wir sind natürlich beide sehr begeistert. Auch, wenn die Switch Version technisch schon sehr mies dasteht.
Devil Blade Reboot
Ich befinde mich außerdem gerade im siebten Himmel der STG/Shmups/Shoot’em-ups. Bei Steam ist Devil Blade Reboot erschienen. Es ist das, nun ja, Reboot eines Titels, der damals in Dezaemon Plus auf der ersten PlayStation entwickelt wurde. Dezaemon Plus gab es nur in Japan und bot alle Werkzeuge, um eigene Shoot’em-Ups zu basteln. Der Autor des ursprünglichen Spiels, der übrigens bei Vanilla Ware als Illustrator arbeitete, hat nun in einem anderen Tool, dem Shooting Game Builder, eine neue Version davon gebaut. Und diese ist an Perfektion für mich kaum zu überbieten. Der Mix aus dreidimensionalen Objekten und zweidimensionalem Gameplay gibt diesem vertikalen Shooter eine sehr coole Dynamik mit kraftvollen Animationen in den Reihen der Gegner und einem treibenden Soundtrack. Das sorgt aktuell dafür, dass ich jeden Tag mindestens einmal versuchen will, meine High Score zu übertreffen. Und mit fünf Episoden und einem Extraboss hat es dafür die optimale Länge.
Es läuft perfekt auf dem Steam Deck und den Easy Mode konnte sogar ich mit einem Credit abschließen. Danke dafür. Es können außerdem mehr Continues und weitere Extras freigespielt werden. Unter anderem auch die Originalversion des Spiels.
Wenn ihr Shmups mögt, gebt dem Titel eine Chance!
Tiny Terry’s Turbo Trip
Der Name dieses Spiels ist Programm. Ich liebe diese Art Spiele, wo ich in einer komprimierten offenen Spielwelt wie auf einem Spielplatz machen kann was ich will. In diesem Fall wäre das mit einem Autoscooter den Verkehr durcheinander bringen, Passant*innen verprügeln, Autos klauen, Yoga machen, Insekten fangen und vieles mehr. Alles mit einem ganz großen Augenzwinkern und sehr witzigen Dialogen, was das Spiel zu keiner Zeit unsympathisch macht. Verrückt. Ich liebs.
Furiosa: A Mad Max Saga
Furiosa lief etwas überraschend bei uns im Astor in der Orignalversion und wir haben es letztlich doch noch geschafft hier rechtzeitig zu reagieren, bevor er wieder von der Bildfläche verschwindet. Und ich war begeistert. Ich gebe zu, dass es nach dem ruhelosen Fury Road etwas gedauert hat, bis ich mich damit abgefunden habe, dass sich der Film für seine Protagonistin so überraschend viel Zeit genommen hat. Im Gesamtbild war es dann aber auch ein gelungenes Paket. Die Stunts waren wieder unglaublich und toll anzusehen und die musikalische Untermalung hat perfekt gepasst. Nur Chris Hemsworth war mir ein bisschen zu arg Chris Hemsworth. Ich hatte sehr viel Angst, dass nach der Kritik an den Dreharbeiten von Fury Road bei Furiosa vielleicht sehr viel schlechtes CGI zum Einsatz kommt, am Ende habe ich aber nur zwei sehr kleine und sehr kurze Ausrutscher erkennen können, die das Gesamtbild nicht wirklich geschmälert haben.
Ich hoffe doch sehr, dass da noch mehr kommt.
Pi und Requiem for a Dream
Wir waren seit Urzeiten mal wieder im Kommunalen Kino hier im Künstlerhaus, weil wir gesehen haben, dass dort mittlerweile ausschließlich Filme im Originalton laufen. Und einer Doppelvorstellung von Darren Aronofskys Pi und Requiem for a Dream konnten wir nicht widerstehen. Auch wenn ich letzteren eigentlich nie wieder sehen wollte. Nicht weil ich ihn so schlecht fand. Ganz im Gegenteil, er ist wahnsinnig gut. Aber eben auch wahnsinnig schlimm, was das Gezeigte angeht. Und dann diese unglaublich schöne Musik von Clint Mansell als Kontrastprogramm zu einer Abwärtsspirale an schrecklichen Ereignissen.
Genau wie Requiem habe ich auch Pi nicht mehr gesehen, seit in meiner Heimatstadt damals eine Videothek mit Programmkino und Art House Filmen aufgemacht hat (heute ein Comic-, Manga- und Merchandise Laden). Und der war auch immer noch super. Toll auch, die meisten Darsteller*innen aus Pi dann direkt danach in Requiem for a Dream wieder zu entdecken.
Alles in allem ein gelungener Abend nachdem man, wie meine Frau sehr schön sagt, erstmal ein Lustiges Taschenbuch lesen muss.
Crooks
Und dann war da noch der Donnerstag, an dem ich relativ überraschend mit 38 Fieber und ohne weitere Zeichen einer Erkältung aufgewacht bin. Vier Stunden später war alles wieder gut. Kann man mal machen. Ich entschied mich sicherheitshalber nicht vom Sofa aufzustehen und suchte mir eine Bildschirmunterhaltung, die ich ohne schlechtes Gewissen auch ohne meine Frau gucken konnte. Das ist nicht unbedingt einfach. Beim Durchforsten meiner Netflix Liste, die allem Anschein nach meiner Steam Wunschliste den Rang ablaufen möchte, stieß ich auf Crooks, eine Serie mit den üblichen Verdächtigen um Frederick Lau und Kida Khodr Ramadan. Ich war mir ziemlich sicher, dass ich das alleine schauen konnte, denn 4 Blocks, Testo und der ganze Kram hat bei uns nie gezündet. Am Ende hat es mich aber überraschend gut unterhalten. Lau als kleiner Jason Statham von Berlin-Steglitz ist eine Rolle, die ich gerne noch öfter sehen würde. Die Schauspieler*innen aus Österreich, allen voran Christoph Krutzler und überhaupt die österreichische Mundart haben das ganze nochmal sehr schön abgerundet. Und sogar ein singender Michael Thomas ist kurz dabei. Doch, mochte ich sehr.
Wir lesen uns o7