Eskapismus mit Roguelites, Live-Musik und Filmen in denen niemand lacht
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Meine erste Vier-Tage-Arbeitswoche geht zu Ende und so richtig konnte ich es noch nicht genießen, weil die vier Tage wegen Urlaubszeit natürlich direkt mit einer Skeleton Crew absolviert wurden, entsprechend ereignisreich waren und auch Überstunden zur Folge hatten. Wir arbeiten dran. Auch der Coding Monday, wie ich meinen hinzugewonnenen dritten Wochenendtag nenne, hatte noch recht wenig neuen Code für meine Space Sim Haulers zur Folge. Immerhin: Ich habe das Lore-System, die letzten Handgriffe an den freizuschaltenden Upgrades und die erste Optimierung des Menüs erledigt, das die verschiedenen Instanzen des Bordcomputers aufruft. Außerdem habe ich den Zufallsgenerator bei den Sammelkarten zu Gunsten der Spieler*innen etwas optimiert. Lustig, wie das Pokémon Sammelkartenspiel bei mir erst die Inspiration für das Feature lieferte und später auch der Grund war, den Grind hier etwas abzuschwächen. Der letzte Punkt neben optionalen Extras auf meiner Liste ist jetzt die Optimierung und Vereinheitlichung aller Systeme. Das wird nochmal ein gutes Stück Arbeit und leider auch keins das mir großartig Spaß macht. Gefolgt von noch einem Thema, das ich nicht mag: Onboarding. Also Tutorials und dergleichen. Igitt. Muss aber wohl sein.

Am Donnerstag waren wir auf dem Waving the Guns Konzert hier um die Ecke und das war genau der richtige Eskapismus, um den Wahnsinn da draußen für ein paar Stunden zu vergessen. Ganze zwei Stunden, um es genau zu sagen, und das ist ein Grund, warum Waving the Guns Konzerte halt einfach die besten Konzerte sind.

Ich konnte tatsächlich meine reservierte Switch 2 direkt bei Nintendo vorbestellen. Und nein, ich kann es nicht kaum erwarten, die kleine Konsole in den Händen zu halten. Wie kommt ihr darauf!?

Ich weiß nicht, wann ich das letzte Mal so viele neue Spiele zur Verfügung hatte, die ich am liebsten auch alle auf einmal spielen würde. Bei No Man’s Sky habe ich die aktuelle Expedition beendet und zumindest der steinerne Rucksack sagte mir als Belohnung zu. Leider hielt sich der Grind dieses Mal zwar in Grenzen, aber es reichte aus, dass ich im Hauptspiel erstmal keine Dinosaurierknochen mehr ausgraben möchte und genau das mag ich an den Expeditionen nicht. Ich hätte viel lieber ein Event, das mir die Grundlagen zeigt und diese dann eben nicht so extrem von mir abverlangt, dass ich danach keinen Bock mehr darauf habe. Aber gut. Über Expeditionen bei No Man’s Sky habe ich hier sicherlich schon genug gemeckert.

Im Game Pass schlug Blue Prince zum Erstverkaufstag auf und wir haben uns direkt zwei Spritzen davon aufgezogen. Yep, es ist reinstes Heroin und wer denkt, man könne schnell mal nur eine Runde spielen, irrt sich gewaltig. Ein richtig gutes Rätsel-Roguelite mit absolut süchtig machendem Game Loop und wunderbar frischen Ideen. Sich die Zeit zu nehmen, dieses Journal zu schreiben, anstatt Blue Prince zu spielen, war nicht einfach, das kann ich euch sagen.
Außerdem habe ich Ende der Woche einen Zugang zur Community Beta von Wild Gates bekommen. Dieses Weltraum Koop-Spiel von Ex-Blizzard-Mitarbeiter*innen hat das Potential für mein zukünftiges Go-to-Multiplayer-Spiel. Fünf Raumschiffe mit je vier Spieler*innen werden in einem Sektor aufeinander losgelassen. Dann gilt es in verlassenen Stationen, Raumschiffwracks und Asteroiden auf allerlei NPCs zu ballern und Kram zu looten was das Zeug hält. Um im Falle der unvermeidlichen Begegnung mit den anderen Raumschiffen und somit anderen Spieler*innen nicht ganz nackt dazustehen. Wirkt wie ein komprimiertes Sea of Thieves im Weltraum, das in aufreibenden 30 Minuten Häppchen serviert wird. Das wird ein Knaller.
Und natürlich vergeht kaum eine Episode des Space Game Junky Podcasts, ohne das mir wieder der Mund wässerig geredet wird von Spielen, die ich allenfalls auf dem pustenden Steam Deck spielen kann. Aber nein! Lonestar gab es ausnahmsweise auch auf der Switch und es ist großartig! Diese abstrakte Weiterentwicklung von FTL, der Mutter der Kontenpunktkarten-Roguelites, ist genauso gemein wie Blue Prince. Weil ich auch hier viel zu schnell in die übliche „nur noch eine Runde“-Falle tappe. Als scheinbar nicht besonders helle Kopfgeldjäger*in ziehe ich pro Run mit absoluter Basisausstattung gegen gesuchte Raumschiff-Crews in den Kampf und hoffe zitternd, dass erledigte Feinde neue Waffen und passende Support-Module abwerfen. Kostet keine 15 Euro und ist jeden Cent wert.
Geschaut haben wir die ersten Folgen von Yellowjackets, weil lieber spät auf der Party ankommen als gar nicht. Ganz schön blutig, die Party!
Zu meiner Freude haben wir mit unserer Tochter außerdem noch The Batman geschaut und ich liebe jede Minute von diesem Film. Dieser herrlich abgeranzte Batman, der seinen innerlichen Zerfall nicht mal mehr als Bruce Wayne vor anderen verbergen kann, ist für mich einfach ein Geniestreich. Der einzige Grund, warum ich mich nicht total auf den nächsten Film freue, ist dessen offensichtlicher, potentieller Bösewicht, was auch die für mich einzige schlechte Szene in The Batman ist. Aber gut, muss ja. Vielleicht werde ich ja wieder überrascht.
Bei Mubi haben wir Only the River Flows gesehen, weil der dort in 14 Tagen aus dem Programm fliegt. Ein Noir Krimi, der einen Polizisten auf der Suche nach einem Serienmörder begleitet und bei dem genau so oft gelacht wird, wie bei The Batman. Gar nicht, genau. Ich mag ja so trostlose Filme, die im ruralen China abseits der großen Metropolen spielen, wo es scheinbar immer regnet und der Putz schon vor zwei Jahrzehnten resigniert von den Wänden gefallen ist.
Da ist die Stimmung direkt im Keller, was dieser Tage ja eh ihr liebster Aufenthaltsort sein dürfte. Da hilft nur ein, wie ich finde sehr gelungenes Bild, das unsere Tochter mit der Canon PowerShot geschossen hat:

Bis dahin.
Alerta, alerta, antifascista! ✊