Panik auf Funkotron!

Spielautomaten, freiwillig Mathe machen und der Citizen Kane unter den Filmen

Ein Woche Urlaub geht zu Ende und ich habe diese optimal genutzt: mit Videospielen. Es war wunderbar. Wer jetzt aber dachte, dass ich den ganzen Tag in der Bude gehockt hätte, irrt sich. Ich war auch mal draußen um woanders zu zocken! Zum Beispiel, als meine Tochter und ich das Hiscore hier in Hannover besucht haben. Das interaktive Videospielmuseum hat sich nach einem Stelldichein vor ein paar Jahren in einem lokalen leerstehenden Kaufhof endlich eine eigene Halle gegönnt. Und die ist als kleine Zeitreise von den Siebzigern bis zur Gegenwart aufgebaut und ihr könnt dort wirklich an allen relevanten Konsolen und an sehr vielen Arcade-Automaten zocken. Fantastisch. Ich lasse Bilder sprechen:

Ein Wohnzimmer, wie in den Siebzigern mit dunkler Tapete und Pong.

Vor allem die Bemani-Automaten, die mit passender Konto-Karte sogar mit dem eigenen Spielstand betrieben werden können, hatten es uns angetan. Neben meinem geliebten Taiko No Tatsujin, das ich nun endlich mal in der Arcade-Version an riesigen Trommeln spielen konnte war es vor allem Wacca, das mir sehr gefallen hat.

Eine Reihe Rhythmusspiel Arcade Automaten

In einem Kreis sind Sensoren angebracht, die durch Berührung gesteuert werden. Die Spieler*innen greifen in den Automaten und müssen heranfliegende Noten entsprechend berühren. Das kann unten sein, aber auch oben oder muss auch mal als Arpeggio über mehrere Noten gewischt werden. Richtig gut. Die Aime-Speicherkarten für die eigene Hiscore gibt es übrigens auch vor Ort zu kaufen. Leider waren sie gerade ausverkauft. Ich hoffe, im Mai zuschlagen zu können.

Eine Person steht mit Boxhandschuhen vor einem Box-Automaten

Ein weiteres Highlight war für mich der Fist of the Northstar Automat, bei dem ich mit echten Boxhandschuhen auf Pads schlage, die ähnlich einem Wack-a-Mole aufklappen und schnell geschlagen werden müssen, bevor sie sich wieder einklappen. Nach einer Runde, die natürlich mit den iconic Hokuto Hyakuretsu Ken, den hundert Fäusten, endete, die bei mir mindestens so cool aussahen wie damals im Anime, brauchte ich erstmal eine kalte Cola. Und eigentlich auch ein Sauerstoffzelt. Ich muss mehr Fitness Boxing spielen.

Auch zu Hause auf dem eigenen Sofa habe ich diese Woche einiges gespielt. Bei Indiana Jones and the Great Circle kam ich zum Ende und ich muss sagen, es hat einfach alles gestimmt. Wenn das hier nicht mein Spiel des Jahres ist, dann bin ich gespannt, was mir noch mehr gefallen wird. Es gibt noch einige Geheimnisse im Spiel zu lösen und bis auf den Vatikan habe ich noch viele offene Baustellen. Da werden zu einem späteren Zeitpunkt vielleicht noch ein paar Stunden investiert. Erfreulicherweise darf das komplette Spiel auch nach dem Abspann noch nach übersehenen und noch offenen Rätseln abgesucht werden.

Ein offenes Notizbuch mit kleinen Informationshäppchen zu Rätseln aus dem Spiel Blue Prince.

Apropos Rätsel. Blue Prince hatte meine Frau und mich gemeinsam voll im Griff. Ein fantastisches Spiel, das dafür sorgte, dass wir ein Dutzend Seiten mit Notizen füllten, den Xbox Screenshots-Ordner mit Fotos von Fundstücken zum überlaufen gebracht haben und unsere Gehirnwindungen dank der Matherätsel im Billardraum einmal ordentlich durchgepustet wurden. Nach 37 Tagen im Spiel haben wir Raum 46 erreicht. Was für ein großartiges Spielerlebnis. Jetzt schalten wir zwei Gänge runter und schauen mal, ob wir noch weitere Geheimnisse im Haus lösen können, aber eher häppchenweise und sehr gemütlich.

Nach Indiana Jones und Blue Prince habe ich noch ein weiteres Spiel aus dem Game Pass gespielt, der für uns nach wie vor die (hoffentlich) nie versiegende Quelle an neuem Spielmaterial ist. Oder auch älterem Kram. Mirror’s Edge tauchte dort nämlich auf und das läuft auf der Series X in geschmeidigen 60 Bildern pro Sekunde. So flüssig kannte ich das Spiel noch gar nicht und meine Fresse, war das plötzlich bockschwer. Mir war gar nicht mehr bewusst, wie nervig die ganzen Polizisten und Soldaten in diesem Spiel sind. Und ich weiß noch, dass ich es damals mindestens einmal ohne Kills durchgespielt habe. Diese Gnade blieb meinen Gegnern jetzt leider verwehrt‎, denn der Einsatz von Waffen musste meine in die Tage gekommene Reaktionsfähigkeit kompensieren. Sorry guys.

Außerdem haben wir an zwei Abenden noch jeweils einen Film geschaut, denn wir wollen ja endlich mal wieder so etwas wie ein Filmjahr aufweisen können. Am Karfreitag haben wir Jim Jarmuschs Zombie-Komödie The Dead Don’t Die auf Netflix geschaut. Den hatte ich damals schon im Kino gesehen und mochte ihn immer noch. Man muss halt auf seine Filme stehen. Und obwohl wir mit Religion nichts am Hut haben, passte das Thema um das Auferstehen von Toten dann ja auch irgendwie noch zu den Osterfeiertagen 😁

Am Wochenende haben wir dann endlich mal einen Film geschaut, der schon sehr, sehr lange auf unserer Watchlist stand. So lange, dass wir ihn beinahe schon vergessen hatten: Citizen Kane. Ich bin mir nicht sicher, ob ich den früher schon gesehen habe, aber wenn, hatte ich bis auf die Auflösung alles wieder vergessen. Spaß gemacht hat er uns aber immer noch. Da sind für einen Film diesen Alters ein paar sehr schöne Finessen drin. Somit habe ich mit Citizen Kane und den Werckmeister Harmonies endlich die beiden filmische Werke gesehen, die gemeinhin irgendwann mal als die besten Filme aller Zeiten zählten. Sehr schön.

Ein Schwan, der in einem Nest brütet. Beobachtet durch ein Metallgitter.

Abschließend noch ein Foto, das wir heute bei einem Spaziergang im Maschpark von einem brütenden Schwan gemacht haben. Das Nest war zum Glück eingezäunt und überraschenderweise ist das Foto trotzdem ganz gut geworden.

Bis dahin.
Alerta, alerta, antifascista! ✊

journal

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